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u&j | Oktober 2014

reportage

boutique in direkter Angliederung an sein

Haus partnerschaftlich zu führen - angeregt.

»Es war eine wirklich gute Entscheidung das zu

tun!« zieht er nach der Realisierung vor drei Jah-

ren Bilanz und fügt an, dass dieWirtschaftlichkeit

des Shops absolut gegeben sei. Seit Anfang

September betreibt Gmeiner-Wagner außer-

dem als Franchisenehmer einen Hublot-Store

am Wiener Kohlmarkt. Diese Zusammenarbeit

sei ganz anders zustande gekommen, berichtet

er uns: »Wir haben den Mietvertrag des

Geschäftslokales unterfertigt und parallel mit

verschiedenen Marken bezüglich einer Partner-

schaft Gespräche geführt. Mit der aufstreben-

den Marke Hublot sind wir einig geworden und

freuen uns, ein attraktives Ladenlokal zu haben,

in dem wir die Marke bestens vertreiben kön-

nen. Die zusätzlich vielfältigen Möglichkeiten

durch das große Platzangebot imSouterrain des

Geschäftes sind einweiteres Plus.« Für Gmeiner-

Wagner steht fest, dass die Marken ihre Stores

wollen, dass die Monobrandstores Teil der

Zukunft seien. Man sich als Juwelier nur fragen

müsse, ob man dabei sein will oder ob man

zusehen und die Marken agieren lassen wolle.

Meinungsbilder.

Fragt man Innenstadtjuwelier

Reinhard Köck

nach seiner Meinung zu den

Marken-Boutiquen um ihn, um

sein Geschäft herum, erfährt

man: »Wenn man als Juwelier

die Marke, auch wenn sie eine

Boutique in der Nähe hat, sel-

ber pflegt, ist der Flagshipstore

keine Konkurrenz.Wir glauben, dasswir genauso

gut sind wie die Boutique! Wir besinnen uns auf

unsere Stärken. Schließlich haben wir den gro-

ßenVorteil, eine Stammklientel, die von uns bes-

tens betreut und beraten wird und einen Bezug

zur Stadt zu hat. Außerdem bieten wir unseren

Kunden aufgrund unseres Produktportfolios

einen Quervergleich. Den hat der Endverbrau-

cher in einer Boutique nicht.« Einzig eine Diffe-

renzierung räumt er ein: »Marken, die allerdings

neben ihrem Flagshipstore zusätzlich viele Ver-

kaufsstellen haben, machen etwas falsch. Die,

die hingegen die POS-Anzahl in Wien begren-

zen, sind auf dem richtigen Weg. Je selektiver

die Distribution ist, desto besser und einfacher

ist es natürlich für den Händler.« Bei ihm sei aus

diesen Gründen, trotz der Omega-Boutique-

Eröffnung 2012, der Umsatz mit der Marke

gleich geblieben. Ein weiterer Brancheninsider

ist als Juwelier von den zahlreichenMonobrand-

stores nicht gerade

begeistert und pflichtet

der letzteren These von

Reinhard Köck ebenfalls

bei: »Zumindest sollten

bei Eröffnung eines

Shops die Anzahl der

Partner reduziert wer-

den.« Wohl wissentlich,

dass das auch einmal ihn

selbst treffen könnte. Er

ergänzt: »Wenn es aller-

dings von den Herstellern

selbst geführte Stores

sind, brauche ich wenigs-

tens keine Sorge haben,

dassdieKunden immense

Rabatte bekommen. Da

höre ich von kooperativ

geführten Boutiquen oft

etwas anderes. Dort wer-

denRabatte gegeben, mit

denenwir nichtmithalten

können, denn unsere

Margen sind in den ver-

gangenen Jahren sowieso

schon geschrumpft.« Des

Weiteren klagt er über

den Druck, den beson-

ders die konzerngeführ-

ten Firmen ausüben.

Modelle aus einer Kern-

kollektion ans Lager neh-

men zu müssen, von

denen er imVorfeld schon

erahne, dass sie schlecht

Pandora Store , Wien

© Hersteller (alle)

Jacques Lemans Watch Store von Juwelier Heller in Klagenfurt