Uhren&Juwelen 06/2018

22 u&j | November 2018 handel Den Kern des Geschäftes unterstützen Von Anja Beuning Der Österreicher Nils Maydell kann für seine Beratungstätigkeit auf umfassende Erfahrungen imBusiness und Sales Development und in der Markenführung von global agierenden Juwelierunternehmen zurückgreifen. Seine Kompetenz setzt er auch für Juweliere ein. uhren & juwelen: Lieber Herr Maydell, für welche Branchensparten bieten Sie Ihre Beratungstätigkeit an und auf welchem beruflichen Werdegang basieren Ihre Erfahrungen und Ihr Wissen? Mein Know-how biete ich vorrangig gehobenen Juwelierunterneh- men im Einzelhandel an, die ihre Position imWettbewerb festigen und ihren geschäftlichen Erfolg steigern möchten. Über Jahre habe ich im deutschen Einzelhandel für Tiffany & Co. gearbeitet, was auch internationale Verkaufsausstellungen und den Verkauf an Firmen- kunden beinhaltet hat. Des Weiteren bauten wir zum damaligen Zeitpunkt eine europäische Großhandelsaktivität auf, die abgesehen von Europa bis nach Russland aktiv war und erst nach einer strategi- schen Konzernentscheidung wieder eingestellt wurde. Bei Cartier Northern Europe leitete ich die Bereiche Marketing und Kommuni- kation in einer Zone von über 20 Ländern. Auch hier waren sämtli- che Vertriebskanäle in den einzelnen Märkten integriert. Hinzu kamen kommerzielle und kulturelle Großveranstaltungen zur Stär- kung des Markenimages. Auch die Tatsache, dass ich vor meinem Wirtschaftsstudium in Brüssel die Ausbildung zum Gold-, Silber- schmied und Juwelier in Wien bei Sven Boltenstern abschloss, hat mein Verständnis für die Branche sehr erweitert. Wo liegen die Kernpunkte Ihrer Beratungstätigkeit? Welche inhaltlichen Schwerpunkte gehen Sie mit Juwelieren als Geschäftspartner an? Meine Beratungstätigkeit fokussiert sich auf den Erhalt der Wettbe- werbsfähigkeit und auf den langfristigen Geschäftserfolg des Unter- nehmens. Dies ist auch dann gegeben, wenn ein Generationen- wechsel stattfindet. Kernpunkte meiner Leistungen sind das Kun- denmanagement und die Neukundengewinnung, die Optimierung der Verkaufsaktivitäten und die Steigerung der Attraktivität des Unternehmens aus Sicht des Kunden. Maßnahmen zur Positionie- rung und erfolgreichen Differenzierung zumWettbewerb sind darin beinhaltet, aber auch zum Beispiel die Stärkung der Marketing- und Kommunikationsagenda, die eine sinnvolle Bespielung der relevan- ten digitalen Kanäle berücksichtigt. Beleuchten Sie auch das Markenportfolio und den Schmuckeinkauf eines potenziellen Partnerjuweliers? Das Markenportfolio, sowohl von Uhren als auch beim Schmuck, ist ein wesentlicher Wettbewerbsfaktor, der als sichtbares Merkmal des Juweliers eine große Rolle spielt. Hier gilt es, eine sichere Balance zu finden, auch in Verbindung mit Schmuck aus der eigenen Werk- stätte. Aber auch wenn Juwelier und Schmuckmarke ident sind, ist ein harmonisches Zusammenspiel mehrerer Faktoren unbedingt notwendig, um imWettbewerb erfolgreich zu sein. In diesem Zusammenhang stehe ich dem Schmuckeinkauf des Partnerjuwe- liers auch beratend zur Seite. Welche Kunden des Juweliers – und vor allemwelche Neukunden – gilt es Ihrer Meinung nach anzusprechen? Der bestehende Kundenstamm ist das größte Asset eines erfolgrei- chen Juweliers. Diesen generationenübergreifend an sich zu binden und zu wissen, wie die Entwicklung des Unternehmens an die Bedürfnisse der Klientel anzupassen ist, ist von großer Bedeutung. So wird für uns die richtige Ansprache der einkommensstarken Mill- ennials ein immer wichtigeres Thema. Klar, denn ohne Neukunden kann kein Geschäft überleben. Wer diese sind, wo sie zu finden sind und was nötig ist, um sie für sich zu gewinnen, ist eine spannende und sehr wichtige Aufgabe. Darauf kommt es letztendlich an und es betrifft alle Bereiche im Unternehmen. Welche Konsequenzen für die Geschäftsstruktur eines Juweliers kann das haben und wie sollte das umgesetzt werden? Die strukturellen Konsequenzen sollen so gering wie möglich sein. Vorab und in Abstimmung mit der Geschäftsführung werden Strate- gie, Ziele und Prioritäten festgesetzt. Der neu definierte Weg soll gemeinsam getragen und auch gemeinsam umgesetzt werden. Meine Rolle ist es darzustellen, wie und warum etwas gemacht wird und dem Team beim Anpacken und Gestalten zur Seite zu stehen. Beinhalten Ihre Leistungen auch Vorschläge zur Verbesserung der perso- nellen Struktur des Geschäftspartners? Nein, unsere Tätigkeiten umfassen nicht die Personalberatung. Wenn sich im Zuge der Zusammenarbeit jedoch Learnings ergeben, zum Beispiel, dass ein Mitarbeiter sich für einen Aufgabenbereich beson- ders eignen würde, dann wird das in meine Empfehlungen einflie- ßen. Umgekehrt, wenn jemand blockiert und sein eigenes Wohlbe- finden vor jenes des Geschäftes stellen möchte, dann werde ich genauso ein klärendes Gespräch empfehlen. Durch die Arbeit am Erfolg des Unternehmens ergeben sich oft spannende Einsichten, die selbstverständlich auch zu einer Weiterentwicklung der Aufga- benbereiche der Teammitglieder beitragen können. Nils Maydell « © Hersteller (alle)

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