Geht's den Menschen schlecht, geht's der Wirtschaft schlecht

Covid-19 ist und bleibt für die Kunden das bestimmende Thema. Die Sorge auch um die persönliche Gesundheit wächst rasant. Für die Konsumlaune ist das Gift. Besonders leidet der Modehandel.

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Das belegt eine Anfang Oktober durchgeführte und nun veröffentlichte Umfrage von TQS Research & Consulting: Während sich im April erst 42 % der Befragten als eher oder sehr negativ betroffen bezeichneten, sind es nun bereits 58 %. Von einer »positiven Betroffenheit« sprechen nur mehr 25 %, während dies im April noch 47 % waren. Und das Virus kommt subjektiv »näher«: Während im April nur 14 % das Risiko einer eigenen Infektion als »eher hoch« bis »sehr hoch« einschätzten, tat dies Anfang Oktober bereits ein gutes Drittel (34 %). Jeder Vierte macht sich sogar »häufig« bzw. »immer« Sorgen sich zu infizieren.

Konsumlaune im Keller

Private Treffen, Einkaufs- oder Stadtbummel, Besuche von Lokalen oder Veranstaltungen haben deshalb sehr stark abgenommen. Mehr als die Hälfte der ÖsterreicherInnen gibt an, dies seltener oder gar nicht mehr zu machen. Nahezu drei Viertel (73 %) der Kunden kaufen derzeit häufiger im Ort bzw. in der unmittelbaren Nähe ein, fast ebenso viele (70 %) sagen, sie würden sich weniger lang in den Einkaufsstätten aufhalten. Der »Versorgungskauf« mit Einkaufsliste dominiert also über dem Erlebniseinkauf. Immerhin wird bewusster eingekauft und verstärkt Wert auf gesunde bzw. heimische Produkte gelegt.

Modehandel und Tourismus am härtesten getroffen

Die Verteilung der Ausgaben verändert sich dabei deutlich: 27 % der ÖsterreicherInnen geben dieser Tage mehr Geld für Lebensmittel aus. Deutlich gesunken sind hingegen die Ausgaben für Freizeitaktivitäten, Unterhaltung, Sport, Reisen – und Bekleidung. So sagen 33 % der Befragten, sie würden seit der Corona-Pandemie weniger für Bekleidung ausgeben, weitere 12 % verweisen sogar auf »viel geringere« Ausgaben. Lediglich bei 4 % haben die Ausgaben in diesem Bereich zugenommen. Nur den Tourismus trifft es noch härter: Nicht einmal jeder Vierte plant in den nächsten sechs Monaten einen Urlaub.

Deutlich sinkende Einkommen

Und immer mehr stellt sich heraus, dass die Corona-Folgen auch für die Geldbörsen der Österreicher Gift sind. Kurzarbeit und eine gestiegene Arbeitslosenquote fordern ihr Tribut. Bereits ein gutes Drittel der Österreicher gibt an, geringere finanzielle Mittel als vor der Corona-Pandemie zur Verfügung zu haben (»viel weniger«: 10 %, »etwas weniger«: 24 %). 90 % meinen, dass eine Wirtschaftskrise sehr oder eher wahrscheinlich ist. Immerhin: Die eigenen Zukunftsaussichten und die persönliche Entwicklung beurteilen trotzdem noch fast drei von vier Österreicher sehr oder eher positiv.

 

Von: Manuel Friedl, www.textilzeitung.at