Im Zeichen des Schwans: Kleiner, aber feiner

Der Tiroler Kristallkonzern Swarovski befindet sich seit vergangenem Jahr im Umbruch. Nach Kündigungen und Schließungen von Standorten beginnt nun der Re-Start mit neuer Ausrichtung und neuem Design.

© Swarovski

In Wattens blieb seit dem vergangenen Jahr kein Kristallsteinchen auf dem anderen: Zwar war laut Firmenleitung unabhängig vom Ausbruch der Pandemie eine Redimensionierung des Unternehmens geplant, Corona fungierte aber auch hier als Brandbeschleuniger. So wurden binnen kürzester Zeit die besonders vom fehlenden Tourismus hart getroffenen Standorte radikal reduziert und der Personalstand am Firmenhauptsitz in Tirol um ein Viertel gekürzt.

Anfang April 2020 übernahm mit Robert Buchbauer ein neuer CEO das Steuer in Wattens. Gleichzeitig gab es die ersten Pläne, Swarovski, das als eine der wertvollsten Marken des Landes gilt, neu auszurichten. Bei dieser sogenannten „Transformation“ würde es wohl auch „zu schmerzhaften Einschnitten kommen“, so der neue Chef. Ziel sei es, die Position gegen zunehmende Konkurrenz aus Asien zu stärken. Trotz massiver Proteste von Gewerkschaft und Politik wurden diese Einschnitte bereits im Herbst umgesetzt.
Nun folgen positive Signale aus Tirol: Ein frisches Logo, neue Signature-Farbe und redesignte Shops sollen dem ikonischen Kristall-Schwan wieder Strahlkraft verleihen. Kürzlich wurde in der prestigeträchtigen Galleria Vittorio Emanuele II in Mailand der erste „Instant Wonder-Store" eröffnet. Der neue Shop soll für den modernisierten Markenauftritt stehen, weitere 27 weltweite Standorte von Paris bis New York sind geplant.
Im Zentrum steht der neue, rechtsgewandte Schwan mit längerem Hals, der in einem Achteck – er soll einen Kristall symbolisieren - platziert wurde. Zudem hat Gold das bekannte Swarovski-Blau abgelöst. Die neue Kollektion ist teurer, soll aber „leistbaren Luxus“ für jede und jeden bieten.
„Swarovski ist ein Unternehmen mit tiefen Wurzeln in der Innovation und der eigenen Neuerfindung. Seit 126 Jahren bleiben wir unserer Identität als Marke treu,“ so Robert Buchbauer bei der Präsentation. „Wir entwickeln uns zugleich weiter, um den Bedürfnissen einer sich wandelnden Welt gerecht zu werden. Wir freuen uns darauf, dieses neue Kapitel in unserer Geschichte zu präsentieren: ein Kapitel, das uns künftig als echte Crystal-Lifestyle-Marke charakterisiert.“

Neues Investment

Auch abseits des Kerngeschäftes gibt es Neuigkeiten bei Swarovski: Laut der deutschen Plattform Gründerszene sind die Tiroler bei der Digitalbank N26 eingestiegen. Über ihren Investmentarm Crytalon Finanz AG hat sich das Unternehmen im Rahmen einer Kapitalerhöhung rund 0,05 Prozent an dem ursprünglich österreichischen Fintech gesichert. Zieht man als Basis die aktuelle Bewertung von N26 heran, entspricht das einem Investment von rund 1,5 Millionen Euro. Für Swarovski handle es sich um eine "strategische Beteiligung", schreibt Gründerszene unter Berufung auf Unternehmenskreise. Für Swarovski ist es die erste Investition in ein Fintech.

 

Von: Claudia Stückler, www.textilzeitung.at