»Konsum - Warum wir kaufen, was wir nicht brauchen«

Als einer der bekanntesten Trendanalysten Deutschlands verfügt Carl Tillessen über jahrelange Branchenerfahrung. In seinem neuen Werk stellt er sich der Frage »Was kommt nach dem Shoppen?« und gibt einen Ausblick auf die Zukunft des Konsums.

© Carl Tillessen

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»Die Pandemie hat uns vorübergehend auf einen kalten Konsum-Entzug gesetzt. Doch sie hat uns nicht geheilt. Wir kaufen einfach immer weiter – auch Dinge, die wir eigentlich nicht brauchen. Was treibt und dazu? Und was verändert sich gerade?«, liest man im Klappentext von Carl Tillessens erstem Buch »Konsum – Warum wir kaufen, was wir nicht brauchen«. Und diesen Fragen stellt er sich auf 222 Seiten.

Dabei führt er hinter die Kulissen jener Maschinerie, deren Erfolg, so der Autor, »vor allem auf Manipulation und Ausbeutung basiert«, und geht der Frage nach, wie, wo und vor allem warum wir kaufen. Er beleuchtet den Einfluss der Globalisierung und der Digitalisierung auf unser Konsumverhalten, insbesondere in Hinblick auf Mode, verdeutlicht warum Verknappung Begehrlichkeit nur weiter steigert und durchleuchtet den Strukturwandel des Einzelhandels. Seine Argumente sind vielschichtig. Dabei ist es ihm wichtig, sich selbst nicht aus der Verantwortung zu nehmen: »Wenn ich in diesem Buch darüber schreibe, wie wir konsumieren, dann meine ich wir und dann meine ich auch mich selbst. Ich kann nicht behaupten, dass mir irgendeiner der hier beschriebenen Auswüchse unseres Konsums fremd wäre. Vielmehr gibt es in diesem gesamten Buch keinen einzigen Auswuchs, bei dem ich mich nicht schon selbst ertappt hätte. Ich bin Teil des Systems. Ich bin privat Teil des Systems. Und ich bin beruflich Teil des Systems. Und daran wird sich auch nichts ändern. Ich bin kein Aussteiger. Aber: Je mehr ich mich mit unserem Konsum beschäftige, desto öfter habe ich das Gefühl, von außen auf unsere Konsumkultur zu blicken, wie jemand, der aus einer ganz anderen Kultur kommt – der zum Beispiel in einem ganz anderen Wirtschaftssystem aufgewachsen ist oder in einem sehr viel ärmeren Land. Ich kann nachvollziehen, dass solche Menschen unseren Lebensstil dekadent finden und unseren Konsum krankhaft«, so der Autor.

Erschienen ist das Werk Ende September im HarperCollins-Verlag. Die gebundene Ausgabe kostet 15,50 €. Eine ausführliche Rezension finden Sie in der Ausgabe ÖTZ 10/20 mit Erscheinungstag am 19. Oktober.

Von: Lisa Hollogschwandtner, www.textilzeitung.at