Luxusmarken sagen Teilnahme an Baselworld 2021 ab

Am 14. April teilten die Marken Rolex, Patek Philippe, Chopard, Chanel und Tudor gemeinsam in einer Presseaussendung mit, dass sie sich von der Baselworld trennen. Die Uhrenmarken der LVMH-Gruppe schlossen sich am 17. April an und werden der Messe ebenfalls fernbleiben.

Baselworld 2018 | Impressions © MHC Group/ Baselworld

Da eben diese Luxusuhrenhersteller bislang immer hinter der Baselworld standen, zudem großteils im Ausstellerkomitee vertreten waren, sitzt der Schock für die Baselworld-Veranstalter nun tief. Die MCH Group ließ in einer darauf folgenden Pressemitteilung verlauten, dass sie diese Abwendung »mit großer Überraschung und ebenso großem Bedauern« zur Kenntnis nehme.  Schließlich sei der neue Termin im Jänner 2021 für die notwendige Verschiebung der Baselworld 2020 gemeinsam mit führenden Ausstellern definiert worden. Die jetzt »abwandernden« Unternehmen – inklusive Rolex – hätten sich immerhin für die Verschiebung in den Januar 2021 ausgesprochen. »Wir nehmen seit 1939 an der Baselworld teil«, teilte Rolex in der gemeinsamen Stellungnahme der Marken mit, doch »Leider haben wir angesichts der Entwicklung der Veranstaltung und der jüngsten Entscheidungen der MCH Group und trotz der großen Verbundenheit mit dieser Uhrenmesse beschlossen, uns zurückzuziehen.«

Stattdessen planen nun Rolex, Patek Philippe, Chopard, Chanel und Tudor gemeinsam mit dem Branchenverband Fondation de la Haute Horlogerie (FHH), der als Mitorganisator der Watches & Wonders fungiert, im Genfer Palexpo-Messezentrum eine neue Messe zu initiieren. Diese solle im April 2021 stattfinden. Die vier Häuser der LVMH – Gruppe prüfen aktuell verschiedene Veranstaltungsformate, um der Nachfrage ihrer Partner, Kunden und der internationalen Medien im nächsten Jahr gerecht zu werden und um ebenfalls ihre strategischen Schwerpunkte und die neuen Produkte vorzustellen. Die LVMH Watch Division einerseits und Bvlgari andererseits, werden in den kommenden Wochen über ihre jeweiligen Pläne entscheiden und informieren. Diese werden gemäß ihren individuellen Zielsetzungen festgelegt.

»Wir bedauern es sehr, die Baselworld verlassen zu müssen. Unsere Häuser waren diesem über 100-jährigen Get-Together der Uhrenindustrie stets loyal. Es ist jedoch - und vor allem unter diesen Umständen - klar, dass wir schnell reagieren und andere Vorkehrungen treffen müssen. Wir haben nun die Gelegenheit, das Format und den Inhalt eines der Schlüsselmomente unserer Industrie und unseres Uhren-Kalenders neu zu definieren. Baselworld stellte stets einerseits eine große kommerzielle Herausforderung dar und hatte andererseits eine starke Ausstrahlungskraft für unsere Marken. In diesem Sinne werden wir gemeinsam mit den anderen prestigeträchtigen Häusern, welche sich 2021 in Genf treffen werden, alles daransetzen, den Anforderungen unserer Partner und Kunden gerecht zu werden, um ihnen ein einzigartiges Erlebnis zu bieten«, erklärte Stéphane Bianchi, CEO der LVMH-Watch Division.

Damit dürfte hinter dem Bestand der Baselworld ein großes Fragezeichen stehen.

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