Luxusshopping

Luxusprodukte werden immer öfter virtuell angeboten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Beratungsunternehmen EY in Kooperation mit Inlux und der Verlagsagentur Journal International, die jetzt im Fachmagazin Luxury Business Report 2016 veröffentlicht wurde.

„Luxusunternehmen haben die Bedeutung des Internets erkannt, was sich in dem kontinuierlichen Wachstum des Online-Luxusmarkts widerspiegelt: Weltweit ist dieser im Bereich der Luxusgüter des persönlichen Gebrauchs um sieben Prozent auf 16,8 Milliarden Euro angestiegen und hat damit seinen Marktanteil seit 2012 fast verdoppelt“, sagt Florian Huber, Partner bei EY in München. Der Vertrieb durch eigene Retail- und Online-Stores hat im Vergleich zum Vorjahr zwei Prozentpunkte zugelegt und kommt aktuell auf einen Anteil von 34 Prozent. „Dennoch bleibt der Großhandel mit 66 Prozent nach wie vor der dominierende Distributionskanal für Luxusunternehmen“, erklärt Huber. Für digitale Nachzügler steigt nach Meinung von Petra-Anna Herhoffer, Gründerin des Inlux-Instituts und Initiatorin der jährlichen Luxuskonferenz Luxury Business Day, der Druck, Luxusprodukte online oder mobil zu vertreiben, um wachsenden Kundenanforderungen gerecht zu werden und dadurch entstehende Chancen zu realisieren. „Die virtuelle Realität stößt Firmen eine weitere Tür auf in der authentischen, digitalen Wahrnehmung ihrer Produkte.“ Die Positionierung der Luxusmarken in den sozialen Medien nimmt laut der im Luxury Business Report veröffentlichten Studie beachtliche Dimensionen an. 85 Prozent der untersuchten Unternehmen führen einen offiziellen Marken-Account auf Facebook, 50 Prozent sind mit ihrer Marke auch auf Twitter vertreten. Gerd Giesler, CEO bei der Verlagsgruppe Journal International und Herausgeber des Luxury Business Report, mahnt zur richtigen Mischung beim Markenauftritt. „Luxusmarken können ihr Image online viel differenzierter aussteuern, indem sie ihre Kunden aus der digitalen Masse herauslösen und individuell ansprechen“, erklärt er. „Gleichzeitig wissen sie darum, wie sehr sie von dem Image leben, das sie in der Bevölkerung genießen. Dieses Renommee wiederum lässt sich mit traditionellen Printmedien und stationären Boutiquen untermauern, da diese Vertriebswege gewachsene und gelernte Abstrahleffekte auf Unternehmen haben“, sagt Giesler. „Offline wird damit gleichzeitig zum Katalysator und der analogen Rückversicherung in der schnellen digitalen Welt mit all ihren Vor- und auch Nachteilen.“

 

Von: Anja Beuning