Modeschmucklabel insolvent

Die Pierre Lang Europe Handels GmbH und die Hans Andersen GmbH haben Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beim Handelsgericht Wien beantragt.

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Beide Gesellschaften hatten schon vor einigen Jahren Sanierungsverfahren erfolgreich abgeschlossen. Von der neuen Pleite sollen insgesamt etwa 240 Mitarbeiter und rund 6100 Stylistinnen aus zehn Ländern, die auf sogenannten „Schmuckparties“ den Modeschmuck vertreiben, von dem drohenden Aus betroffen sein. 
Die Ursache für die angespannte finanzielle Situation läge in einem „unerwarteten“, erheblichen Umsatzrückgang in den umsatzstarken Monaten Oktober und November 2018, teilten die Unternehmen mit. Von Umsatzeinbußen von 20 Prozent ist die Rede, obschon die Anzahl der Stylistinnen in diesen Monaten gleich geblieben sei. „Durch die Umsatzverfehlung ist die positive Fortbestehensprognose weggefallen und die Bemühungen der Geschäftsführung zur Aufbringung von zusätzlichen, fìnanziellen Mitteln für eine neue positive Fortbestehensprognose sind schlussendlich gescheitert. Daher ist die Insolvenzantragstellung unumgänglich“, zitiert der Kurier das Unternehmen in seiner online-Ausgabe vom 22.01.2019. Und weiter heißt es: „Diese Anträge betreffen nicht die Vertriebsgesellschaften im Ausland und haben keinen Einfluss auf deren Geschäftsbetrieb. Die Vertriebsgesellschaften im Ausland werden im bisherigen Umfang unverändert fortgeführt."

Auf insgesamt 6,5 Millionen Euro belaufen sich die im Sanierungsverfahren zu berücksichtigenden unbesicherten Verbindlichkeiten der "Pierre Lang" Europe Handelsges.m.b.H.. Bei der Hans Andersen Ges.m.b.H. betragen die Verbindlichkeiten für das Sanierungsverfahren insgesamt 8,898 Millionen Euro und im Liquidationsfall sogar 13,778 Millionen Euro. „Die Antragstellerin strebt den Abschluss eines Sanierungsplans an. Der Finanzplan wird mit dem zu bestellenden Insolvenzverwalter abzustimmen sein. Das Konzept zur Restrukturierung und zur Finanzierung des Sanierungsplans wird mit der zuständigen Gesellschafterebene und dem Insolvenzverwalter abzustimmen sein, allenfalls unter Ermöglichung des Einstiegs eines Investors", heißt es weiter. „Im Zuge der Restrukturierung werden Teilbereichsschließungen zu prüfen sein."

Über das Vermögen der Antragstellerin  wurde mit Beschluss des Handelsgerichts Wien vom 26. September 2012 bereits schon einmal ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet und erfolgreich abgewickelt.