Quo vadis Baselworld?

Nur mehr gut 600 Aussteller waren heuer auf der Baselworld anzutreffen, was einer Reduktion um etwa die Hälfte bedeutete.

© MCH Messe Schweiz AG

Gefühlt war aber zumindest an den ersten Tagen eine Menge los in den Messehallen. Auf den Ständen und den Gängen, besonders in der A 1.0, herrschte offensichtlich reges Treiben. Die Abschluss-Pressekonferenz der Messeveranstalter bestätigt, dass trotz verkürzter Messedauer insgesamt fast annähernd so viele Besucher zugegen waren wie im Vorjahr. Die Summe der Journalisten blieb 2018 ebenfalls auf ähnlichem Level wie im Vorjahr (2017: 4400). Allerdings gab es eine Verschiebung zugunsten der asiatischen Medienvertreter. Von den europäischen Medien zeigten 15 % weniger Präsenz. Die Messeleitung sprach schon im Vorfeld von einer Transformation der Messe, die der Digitalisierung und den veränderten Marktgegebenheiten geschuldet sei. Man wolle sich auf den Kern der Schweizer Industrie konzentrieren – alle „großen“ Aussteller seien schließlich noch immer vor Ort. Dass man mit einer solchen Aussage allen anderen Ausstellern, die der Baselworld in den Jahren zuvor ihre Treue zollten, vor den Kopf stößt und diese damit verärgert und vergrault, schien René Kamm, CEO der Messe Schweiz (MCH Group), und Sylvie Ritter, Direktorin der Baselworld wenig relevant. In einem Interview mit der Baseler Zeitung vom 21.3.2018 antwortet Kamm auf die Frage, was an der Baselworld 2018 neu sei: „Wer sich hier präsentiert, hat im Markt eine Bedeutung. Zahlreiche Firmen sind inzwischen ausgeschieden.“ Dass auch Firmen, die nach wie vor im Handel stark präsent sind und gute Umsätze verzeichnen, 2018 nicht auf der Baselworld waren, schien Kamm ebenso wie die Tatsache, dass sich nun beispielsweise einige Zulieferer oder Edelsteinlieferanten selbst in Gruppen organisieren, um neue (Haus-)Messen zu veranstalten, auszublenden. Doch wohin führt diese Entwicklung die Baselworld und generell die Branchenteilnehmer auf Hersteller- und Händlerseite? Die so genannten „Großen“, damit sind insbesondere die Uhrenhersteller aus der Halle A 1.0 gemeint, haben, außer Raymond Weil, laut Aussage der Messeleitung, alle ihre Zusage für 2019 gegeben. Selbst die im Vorfeld deklarierten „Wackelkandidaten“ wie Breitling, Chanel oder Corum wollen im kommenden Jahr dabei sein. Denn der Großteil dieser Unternehmen sei zufrieden gewesen – mit der verkürzten Dauer, mit den internationalen Kontakten, mit dem neuen Angebot, ihre aufwendigen Messepavillons nur alle zwei Jahre ab- und aufbauen zu müssen. Andere Veranstaltungen wurden verschoben, bzw. müssen in den ersten Stock übersiedeln. Wie die Messeleitung mit den divergierenden Bedürfnissen der anderen Ausstellergruppen reagiert, bleibt abzuwarten. Insbesondere die kleineren Aussteller, auch jene im Schmuck- und Zulieferbereich, brauchten neue Konzepte, die man nun gemeinsam entwickle, sagt Sylvie Ritter. Die Vereinigung kleiner, innovativer Uhrenhersteller, „Les Ateliers“, habe ebenfalls Potenzial. Auch die Preise, gesteht Sylvie Ritter, „haben wir wohl noch nicht für alle genügend gesenkt.“ Weitere Informationen zu diesen Veränderungen wird es laut Messedirektorin Ritter im Herbst geben. Die Baselworld 2019 soll vom 21. bis 26. März stattfinden.